Die Phoenix Chroniken 03. Blut by Lori Handeland

Die Phoenix Chroniken 03. Blut by Lori Handeland

Author:Lori Handeland [Handeland, Lori]
Language: deu
Format: epub
Tags: Roman
Publisher: Egmont vgs Verlagsgesell.
Published: 2010-12-31T23:00:00+00:00


18

Ich kniff die Augen zusammen und schielte zu der Stelle, an der ich die Bewegung in der Dunkelheit gesehen hatte. Aber da war nichts. War es Einbildung gewesen?

Etwas rührte sich hinter mir. Ich drehte mich um.

Nichts.

War hier was? Oder dort?

Nur der Nebel zog seine Kreise.

Ich musste bleiben, wo ich war. In dieser Welt konnte ich mich heillos verirren. Ich konnte in ein schwarzes Loch fallen. Ich konnte auch stolpern und niemals wieder hochkommen.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als weiter zu warten und zu beobachten. Ich weiß nicht, wie lange ich noch dastand, das Messer krampfhaft in der verschwitzten Hand haltend, Augen und Ohren angespannt und mit klopfendem Herzen – obwohl ich alles daransetzte, es zu beruhigen.

Ich nahm einen langen, tiefen Atemzug und witterte einen Hauch von Zimt und Seife. Vertraute Hände legten sich um meine Taille, dann liebkosten wohlbekannte Lippen meinen Hals.

„Du bist zurückgekommen“, murmelte Jimmy. „Du hast mich hier doch nicht zurückgelassen, um …“

Ich runzelte die Stirn. Ich hatte ihn tatsächlich hier zurückgelassen, um …

Warum also war er es nicht?

„Wo ist …?“

„Pssst.“ Er drehte mich herum. Ich sah das Glitzern diamantenartiger Tautropfen in seinem Haar, dann küsste er mich, bevor ich ihn daran hindern konnte. Nicht, dass ich das gewollt hätte.

Der Kuss war Jimmy pur – alles, was ich an ihm geliebt hatte und … was ich immer noch liebte. Ich hätte ihn wegstoßen sollen, aber ich konnte das nicht. So hatte er mich nicht mehr geküsst, seit …

Meine Augen brannten. Ich konnte mich nicht erinnern. Es war so viel zwischen uns vorgefallen – Hass und Trauer und auch Schmerz. Sicher, wir hatten unsere Erinnerungen. Der erste Kuss, die erste Liebe, das erste Mal. Wie konnte man all das bloß hinter sich lassen?

Sich gegenseitig zu Vampiren zu machen war wohl ein recht guter Anfang.

Also warum küsste er mich, als meinte er es ernst?

Ich fragte nicht nach. Ich hatte Angst, mit dieser Frage den Zauber zu zerstören, der uns umfing. Und es musste doch ein Zauber sein, es fühlte sich jedenfalls ziemlich magisch an.

Der Nebel wogte schneller, wurde kälter und dichter. Die einzige Wärme an diesem Ort ging von Jimmy aus. Ich trat näher zu ihm hin, schmiegte meinen Körper an seinen, und da fiel mir etwas auf.

Er trug keine Kleidung.

Nebel legte sich auf meine Wimpern und ließ sie so schwer werden, dass ich sie kaum heben konnte. Das war aber in Ordnung. Ich wollte ohnehin nichts mehr sehen, und ich wollte nicht mehr sprechen.

Er roch wie Jimmy, und er schmeckte auch wie Jimmy. Nur für einen Augenblick wollte ich mich daran erinnern, wie es gewesen war, so geliebt zu werden. Damals, als für immer noch kein Fluch gewesen war, sondern ein Versprechen. Damals, als alles noch frisch und voller Hoffnung gewesen war. Selbst ich.

Er fuhr mit den Handflächen über meine Taille und meinen Brustkorb, glitt über meine Brüste und legte mir beruhigend die Hände auf die Schultern, um dann über meine Arme zu streichen. Er umfasste mit einer Hand mein Handgelenk und drückte ganz leicht zu, dann streckte



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